Abschluss des St. Galler Orgeljahres in Altstätten

Der Orgeltag am Samstag, 14. Juni 2014 in Altstätten war die sechste und letzte Veranstaltung des diözesanen Orgeljahres «Bistum St. Gallen im Orgelrausch».

Am Vormittag begann der «Workshop Liturgisches Orgelspiel» mit Bartholomäus Prankl, Kirchenmusiker und Orgellehrer an St. Nikolaus Altstätten. Die 12 Organistinnen und Organisten zwischen 16 und 55 Jahren waren grösstenteils aus dem St. Galler Rheintal, aber auch aus Zürich, Österreich und Bayern gekommen. (Siehe Foto unten). Vor allem die Liedbegleitung im vierstimmigen Satz und die Behandlung des «cantus firmus» in unterschiedlichen Stimmen fand Begeisterung. Neue Methoden zum Improvisieren von Vorspielen wurden ebenso dankbar aufgenommen wie Anregungen zum Improvisieren einer «Halleluja-Toccata» im französischen Stil. Zum Improvisieren «klassischer» Liedbearbeitungen wurden überlieferte Literaturbeispiele des unübertroffenen Johann Sebastian Bach zu Rate gezogen und der Versuch unternommen, die Techniken auf andere Lieder anzuwenden. Erfreut waren die Teilnehmer auch über ein ausführliches Skript, das Notenbeispiele der behandelten Themen enthält und zum Üben und Ausprobieren einlädt.

Dem Workshop schloss sich eine Vesper an. Das regelmässige Singen der Vesper wird mit Ausnahme der Kathedrale nur in wenigen Pfarrkirchen des Bistums gepflegt, birgt aber einen grossen liturgischen und spirituellen Schatz. Pastoralassistent Peter Legnowski verwies in seiner Predigt auf die wichtige pastorale Aufgabe der Kirchenmusiker in den Pfarreien: Die kunstvolle Musik im Gottesdienst trage wesentlich dazu bei, dass wir aus der Alltagswirklichkeit aussteigen und hineingenommen sind in den Lobpreis des Himmels. Mitgestaltet wurde die Vesper von der Choralschola, allen Mitfeiernden und Organist Bartholomäus Prankl - ausschliesslich mit Orgelimprovisationen.

Nach der feierlichen Vesper fand auf der Chorempore eine Orgelführung statt. Über 30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bestaunten die klanglichen und rämlichen Dimensionen dieses Musikinstrumentes, das von Mozart einst als «König der Instrumente» bezeichnet wurde. Funktionsweise, Werkaufbau und der Unterschied zwischen Lippen- und Zungenpfeifen waren nur einige Themen. Musikalisch wurde die Orgel von den jungen Organisten Simon Frei aus Hinterforst (siehe Foto oben) und Lea Forster aus Diepoldsau mit Werken von D. Buxtehude, J.C.F. Fischer, J.S. Bach und C.H. Rinck präsentiert. Beide sind Schüler der diözesanen Kirchenmusikschule bei Bartholomäus Prankl in Altstätten.